Kein Testspiel gegen Red Bull

Diskussionen rund um die erste Männer-Mannschaft sowie den Verein als solches.

Moderatoren: BW1, Scream

Kein Testspiel gegen Red Bull

Beitragvon Badkurve Plauen » Do 17. Nov 2016, 20:20

KEIN TESTSPIEL GEGEN RED BULL

Es ist schon ein paar Jahre her, da spielten wir mit dem Verein Rasenballsport Leipzig in einer Liga. Damals war das Thema dieses künstlichen Vereines neu für alle, so auch für uns. Nach den Protestwellen zu Regionalligazeiten, an denen auch wir uns beteiligten, spielt RB nun nach gar nicht allzu langer Zeit in Liga eins und wahrscheinlich auch um die Meisterschaft mit. Für uns war nun diese Thematik weit weg und wir mussten uns nicht mehr so intensiv damit auseinandersetzen. Vor einigen Tagen entdecken wir zufällig im Internet, dass unser VFC ein Testspiel in der Winterpause gegen RB Leipzig 2 vereinbarte. Grund genug das Thema wieder aufzugreifen und euch unsere Gedankenwelt zu erläutern und zu erklären, weshalb wir auf der Mitgliederversammlung des VFC Plauen einen Antrag stellen, das eben erwähnte Testspiel abzusagen.

Fußball ist zweifelsohne der Sport Nummer 1 in Europa, vielleicht sogar weltweit. Denn er ist einfach zu spielen und einfach zu verstehen, sodass sich eine breite Bevölkerungsschicht damit identifizieren kann und sich dafür begeistern lässt. Je mehr der Fußball an Zuspruch gewann, umso interessanter wurde dieser für die Wirtschaft, die in diesem einen Markt sah und sieht. Gerade in den oberen Ligen entwickelte sich der Fußball von einer Sportart mit hohem Zuschauerinteresse zu einem Event – einer Bühne für Sponsoren und Investoren.

3 Arten von Vereinen:
Sicher - eine Einteilung von Vereinen vorzunehmen ist nicht ganz einfach und vielleicht auch nicht ganz fair, aber sie ist Grundlage, um das Wesen von RB zu verstehen. Wie auch unser Verein, sind viele Klubs um das Jahr 1900 gegründet worden. Oftmals geschah dies von einem Haufen Fußballinteressierter, die vom Fußball, der zu dieser Zeit aus England herüberschwappte, begeistert waren und in ihrem Ort ebenfalls einen Fußballverein entstehen lassen wollten. Andere Vereine, in der damaligen DDR als Betriebssportgemeinschaft gegründet, entstanden auf Initiative einer Firma, welche Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit bieten wollte, in Ihrem Arbeitsumfeld Sport zu treiben. Je größer der Betrieb, umso mehr Sportler gab es, die in der Lage waren, höherklassigen Fußball zu spielen, was wenn der Betrieb dies unterstützte, auch möglich war. Eine weitere Vereinsart ist eigentlich eine Abwandlung des klassischen eingetragenen Vereins. Vermehrt in den letzten Jahren aufgetreten ist das Phänomen, das sich ein Großsponsor einen lokalen, meist unterklassigen Verein sucht und diesen mit hohen finanziellen Mitteln unterstützt. So kam es, dass seit kurzem viele Klubs, welche man überhaupt nicht auf der Rechnung hatte, in den oberen Ligen auftauchten und dort Fußball spielen. Beispiele für die einzelnen Vereinsarten kann sich jeder sicher selbst denken.

Soweit die Kommerzialisierung im Fußball vorangeschritten ist, eins ist noch immer gleich. Das höchste Organ eines jeden Vereins ist die Mitgliederversammlung. Fans und Mitglieder sind das wichtigste Gut eines jeden Vereins. Während Spieler, Funktionäre und Sponsoren kommen und gehen, sind sie immer da und leben ihren Verein. Je mehr ein Verein von Sponsoren und Investoren beeinflusst wird oder sogar von einem Großinvestor dirigiert wird, umso kritischer sieht man den Verein als Fan, da der Wert des Fans linear zu den Geldscheinen der Sponsoren für die Vereinsbosse sinkt. Jeder Sponsor, der viel Geld in einen Verein bringt, tut dies nicht, weil er den Verein liebt, sondern weil er eigene Interessen verfolgt. Dass die Interessen eines großen Konzerns andere sind, als des kleinen Mannes/der kleinen Frau auf den Rängen, müssen wir nicht erklären. Deshalb muss man als Fan und Mitglied eines Vereins wachsam sein und Dinge die geschehen hinterfragen, damit die eigenen Interessen nicht in den Hintergrund rücken.

Damit kommen wir zurück zur Mitgliederversammlung. Denn egal, wie viel Einfluss jeder Sponsor versucht, zu erzwingen. Ein Verein mit einer großen Fanschar, welche auch Mitglieder sind, können mit Mehrheiten zu dieser Mitgliederversammlung ihre Interessen durchsetzen, auch wenn das dem einen oder anderen Geldgeber nicht passt.

Somit stehen alle Vereine, so sehr man die Kommerzialisierung des Fußballs auch kritisiert, dennoch im Kontrast zu einem anderen Verein. Während andere Vereine am Stammtisch gegründet wurden, entstand im Jahr 2009 der Verein Rasenballsport Leipzig auf Vorstandsbeschluss der Red Bull GmbH. Der Verein RB Leipzig wurde von Red Bull gezielt in Deutschland platziert, um diese Marke zu bewerben. Auch in anderen Sportarten ist Red Bull äußerst aktiv. Aber anders als im Fußball gibt es in diesen Sportarten (z.B. Formel 1) keine gewachsene Vereins- bzw. Fanstruktur, welche es zu erhalten gilt. Der Verein RB Leipzig hat nicht den Spielort Leipzig, weil man dem armen Osten endlich erfolgreichen Fußball gönnen möchte. RB spielt in Leipzig, weil dort ein bundesligareifes Stadion leer stand und sich mit dem Verein SSV Markranstädt ein 5. Ligist fand, welcher gern bereit war, für viel Geld sein Spielrecht an den österreichischen Konzern abzugeben. Der Weg war klar, es sollte in die Bundesliga gehen und die Marke Red Bull sollte bald in der Champions League erstrahlen. Dabei sollen kein Fan, kein weiterer Sponsor und kein Mitglied in irgendeiner Form Einfluss auf den Verein und seine Entscheidungen nehmen. Natürlich ist RB ein eingetragener Verein und natürlich gibt es eine Mitgliederversammlung. Aber Mitglied sind bei RBL ausschließlich Mitarbeiter der Firma Red Bull. Wer im Vereinsvorstand sitzt, kann man sich somit auch denken.

Der Großteil der Fußballfans kann und will nicht akzeptieren, dass dieses Konstrukt als normal abgestempelt werden kann. Es ist der Fußball, den wir alle so lieben, mit unserem Verein, dem wir unser Leben schenken und unser Recht als Mitglied, unseren Verein in einer Form zu erhalten, wie wir uns mit ihm identifizieren können. Der Verein RB Leipzig ist für viele und auch für uns kein Teil einer Fußballwelt, die natürlich auch mittlerweile einen kommerziellen Charakter hat, sondern ein Fremdkörper, der in unserem Fußball nichts zu suchen hat. Wir können nicht verstehen, wie der Drang, erfolgreichen Fußball sehen zu wollen, den menschlichen Verstand so ausblenden kann, dass man RB Leipzig unterstützt.

Die Stellung von RB Leipzig in der Region Mitteldeutschland:
Stellt man sich die Frage, warum wir uns als kleiner Oberligaverein mit unserer kleinen Fanszene überhaupt mit RB Leipzig beschäftigen, gibt es dafür eine einfache Antwort. Wir als Fußballfans ticken genauso wie oben beschrieben. Wir lieben unseren Fußball in seiner natürlichen Art, wie wir ihn in unserer Liga erleben können. Aber auch unseren Verein, wie alle Vereine in der Region betrifft das Vorhandensein von RB Leipzig trotzdem.
Sowohl durch das Abwandern von Sponsoren in Richtung Leipzig, als auch durch das Abwerben von Jugendspielern und Vereinsangestellten, werden die regionalen Vereine geschwächt. Auch wir beim VFC Plauen waren direkt betroffen, als RB vor einigen Jahren versuchte, unseren damaligen Mannschaftsleiter Thomas Sesselmann nach Leipzig zu ködern.

Soll man Rasenballsport Leipzig also einfach so akzeptieren oder soll man im Rahmen seiner Möglichkeiten versuchen, den Fußball mit all seinen Dingen, die uns wichtig sind, wie die Mitbestimmung in unserem Verein, versuchen zu bewahren?

Mit dem vereinbarten Testspiel unseres VFC gegen Rasenballsport Leipzig 2 würden wir als VFC Plauen diesen Verein akzeptieren, respektieren und als normalen Klub wahrnehmen. Wir als VFC-Fans und Mitglieder können uns mit dieser Entscheidung nicht identifizieren. Wir werden also unser Recht wahrnehmen, zur Mitgliederversammlung des VFC Plauen den Antrag zu stellen, dieses Testspiel abzusagen und den Beschluss zu fassen, dass in Zukunft keine Testspiele gegen diesen Verein mehr vereinbart werden.

Wir haben erläutert, weshalb wir RB Leipzig als Verein und auch ein Testspiel gegen diesen nicht akzeptieren können.

Mitbestimmung in einem Verein ist wichtig. Deshalb möchten wir zeigen, was eben bei RB nicht möglich ist, das wir Fans aktiv die Politik unseres Vereins mitgestalten können.

Deshalb bitten wir auch alle VFC-Mitglieder, unserem Antrag zu folgen und diesen zu befürworten.

Badkurve Plauen, 17.11.2016
Badkurve Plauen
Anfänger
 
Beiträge: 2
Registriert: Do 4. Aug 2016, 19:11

Re: Kein Testspiel gegen Red Bull

Beitragvon Leutzsch1964 » Di 22. Nov 2016, 23:10

Fussballspiele gegen die von einem Milliardär gekaufte Kommerz-Kacke zu boykottieren,ist vollig normal und vor allem sportlich ! Das sage ich Euch als Chemie Leipzig-Fan. Ich freue mich auf echten Fussball zweier echter Fussballmannschaften: VFC Plauen gegen Chemie Leipzig.Der Bessere möge gewinnen,so wie das traditionell üblich ist im Sport.( Niemals der Reichere !). Bis Sonntag !
Leutzsch1964
Anfänger
 
Beiträge: 5
Registriert: Di 22. Nov 2016, 22:26

Re: Kein Testspiel gegen Red Bull

Beitragvon Leutzsch1964 » Di 22. Nov 2016, 23:23

Und noch etwas: Auch die Regeln aller betroffenen Fussballverbände wurden ausser Kraft gesetzt ,und das sicherlich nicht für ein paar Kugelschreiber,Bleistifte und Radiergummis.
Leutzsch1964
Anfänger
 
Beiträge: 5
Registriert: Di 22. Nov 2016, 22:26

Re: Kein Testspiel gegen Red Bull

Beitragvon gunman » So 27. Nov 2016, 18:56

Offenbar wurde auf der MV darüber abgestimmt und das Votum war eindeutig. Die Fleppen hinzuknallen und sich gleich mal zu verweigern wie ein bockiges Kind finde ich aber schon albern.
Über RB kann man geteilter Meinung sein. Für ein endgültiges Urteil ist das ganze eh zu früh. In diese Geld-Kreise werden wir niemals vorstossen. und solange sie die Bude
eingerannt kriegen im Leipziger Stadion und guten Fußball liefern ist mir die ganze Traditionalisten-Argumentation wurscht. Wenn ich sehe, was bei Erzgebirge A** und Chemnitz gerade abgeht,
naja, dejà vu. RB II spielt gegen uns. Was ist aber mit dem Einlösen der Auer, ein Freundschaftsspiel gegen uns zu absolvieren? Nothing? Die Provinz absaugen hat aber Tradition. :oops: :oops: :oops: :oops:
gunman
Torpfosten
 
Beiträge: 50
Registriert: Do 4. Aug 2016, 19:47

Re: Kein Testspiel gegen Red Bull

Beitragvon Leutzsch1964 » Mi 30. Nov 2016, 12:11

Gunman ,dieser Kommerzfussball ist mitlerweile geldmässig in Sphären aufgestiegen,das ist der reine Wahnsinn ! Und selbst wenn ich RB-Fan wäre (bin ich glücklicherweise nicht),es besteht so gut wie keine Möglichkeit ,in Leipzig Karten zu erwerben ! Neue Fans (durch zugegebenermassen guten Fussball) kommen also garnicht ins Stadion ! Auch das ist eine Folge des modernen Fussballs! Da geh ich doch lieber,wie seit 40 Jahren,nach Leutzsch,wo ich hingehöre ! Stellt Euch mal vor,der VFC spielt fantastischen Fussball,und der Fan kann nicht ins Stadion! Und muss für eine Live-Übertragung im Bezahl-TV auch noch extra Kohle berappen ! Ist doch auch Scheisse !
Leutzsch1964
Anfänger
 
Beiträge: 5
Registriert: Di 22. Nov 2016, 22:26


Zurück zu Rund um die erste Mannschaft

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 1 Gast

cron